Willkommen bei der FRAUEN-HELPLINE Österreich

Was ist im Falle von akuter Gewalt zu tun?

Nummer Polizei: 133 oder 112
SMS Polizei: 0800 | 133 133
(auch Notruf für Gehörlose)
Frauenhelpline: 0800 | 222 555
Frauenhäuser: zu den Frauenhäusern

Wenn Sie Opfer von Gewalt sind, rufen Sie um Hilfe!

Häusliche Gewalt ist kein privates Problem. Das Gesetz schützt alle Gewaltopfer und stellt klar: Jede Form von Gewaltanwendung ist verboten!

Die Beratungs- und Hilfsangebote der Frauenhelpline sind kostenlos und wir sind rund um die Uhr erreichbar. Die Beraterinnen sind zur absoluten Vertraulichkeit verpflichtet. Auf Wunsch können Sie auch anonym bleiben.
Wenn Sie gerade akut von Gewalt betroffen sind, rufen Sie die Polizei!

Wenn Sie zu Hause nicht mehr sicher sind, haben Sie auch die Möglichkeit vorrübergehend in einem Frauenhaus Schutz zu suchen: Frauenhäuser

Hier finden Sie Informationen in Gebärdensprache zu den Themen Häusliche Gewalt  und Stalking sowie ein Video zu den Hilfseinrichtungen für Frauen.

Wenn Sie ein Mann sind und von Gewalt betroffen sind, wenden Sie sich bitte an die Männerberatungsstellen in Österreich bzw. an den Männernotruf Steiermark: 0800246247.

 

Fragen und Antworten

Ich bin von Gewalt betroffen – was kann ich tun?

Jeder Frau kann Gewalt widerfahren. Sie betrifft Frauen aller Altersstufen, aller Schichten und Kulturen, Religionen in verschiedensten Lebensumständen und Situationen: in der Familie, in Beziehungen, am Arbeitsplatz, im Freundes- und Bekanntenkreis …

Wenn Sie von Gewalt betroffen sind, ist es wichtig, dass Sie Hilfe suchen, auch wenn es schwerfällt, das Schweigen zu durchbrechen und viel Mut erfordert, sich an eine Beratungsstelle zu wenden.

Dieser Schritt birgt die Chance, Verständnis, Sicherheit und Auswege zu finden.

Je früher Sie Hilfe suchen, desto besser.

Hilfe ist möglich! – Kostenlos, vertraulich und auf Wunsch anonym.

Das Gesetz schützt alle Gewaltopfer und stellt klar: Jede Form von Gewaltanwendung ist verboten! Manche sind auch strafbar. Siehe unten: Welche Formen der Gewalt sind strafbar? Sie haben als Betroffene von Gewalt ein Recht und einen Anspruch auf Schutz, Sicherheit und Hilfe.  Siehe unten: Welche Rechte haben Opfer von Gewalt?.

Gewalt ist nicht nur, wenn Sie geschlagen, misshandelt oder vergewaltigt werden. Gewalt ist auch kontrolliert und verfolgt werden, erniedrigt werden, gedemütigt und beschimpft werden. Aber es gibt immer Wege aus der Gewalt.

Ich kenne eine Frau, die von Gewalt betroffen ist – was kann ich tun?

Falls Sie als Angehörige oder Vertrauensperson von Gewaltübergriffen auf eine verwandte oder bekannte Person erfahren haben, finden Sie hier Tipps für die nächsten Schritte, die Sie mit der betroffenen Person setzen können.

Wenn Sie von Gewalttaten in Ihrem FreundInnen- oder Bekanntenkreis erfahren oder Hinweise auf Gewalt wahrnehmen, dann kann das sehr belastend für Sie sein.

Ermutigen Sie die Betroffene, Schritte gegen die Gewalt zu setzen. Unternehmen Sie jedoch nichts ohne Wissen oder Zustimmung der betroffenen Person. Zu Ihrer eigenen Entlastung und zur Orientierung, können Sie sich in einer Frauenberatungsstelle oder bei der Frauenhelpline selbst Tipps holen.

Vermitteln Sie der betroffenen Frau das Gefühl, dass Sie sie bei den Schritten unterstützen, die sie selbst machen will.

Drängen Sie sie zu nichts. Gerade nach einer erlebten Gewalttat, bei der die Betroffene nichts bestimmen konnte und bei der ihr „Nein“ nicht akzeptiert wurde, ist es besonders wichtig, Wünsche und Entscheidungen der Betroffenen zu akzeptieren und ihr somit wieder Kontrolle über ihr Handeln zu geben.

Planen oder unternehmen Sie nichts, was die Betroffene nicht will. Entscheidungen müssen mit ihr gemeinsam erarbeitet werden.

Ermutigen Sie sie jedoch, Hilfe anzunehmen und geben Sie die Adresse und Telefonnummer von Frauenberatungsstellen und Frauenhäusern weiter bzw. vermitteln und begleiten Sie die Frau zu einem Gespräch dorthin.

Welche Formen der Gewalt gibt es?

Bei Gewalt in der Familie und im sozialen Nahraum unterscheiden wir zwischen diesen Formen der Gewalt. Viele kommen auch in Kombination vor.

Körperliche Gewalt

Richtet sich gegen das körperliche Wohlbefinden eines anderen Menschen.

Dazu zählen

  • Stoßen
  • Boxen
  • Würgen
  • Ohrfeigen
  • Treten
  • mit Gegenständen werfen
  • das Überschütten mit Flüssigkeiten
  • an den Haaren ziehen
  • festes Zupacken
  • Schlagen
  • mit Zigaretten verbrennen
  • mit dem Kopf gegen die Wand schlagen
  • Angriffe mit einem Gegenstand (Messer, Gürtel etc.)
  • bis hin zu Morddrohung, Mordversuch oder Mord
  • Misshandlungen in der Schwangerschaft, erste Misshandlungen an Kindern

Psychische Gewalt

Richtet sich gegen das seelische Wohlbefinden eines anderen Menschen, mit dem Ziel, das Selbstwertgefühl zu beeinträchtigen.

Dazu zählen

  • Beleidigung und Demütigung
  • Verleumdung
  • Herabminderung
  • Missachtung
  • Schweigen
  • Abwertung
  • Eifersucht
  • Herunterspielen ausgeübter körperlicher Gewalt
  • Schreien
  • soziale Isolation: wie Kontrolle von sozialen Kontakten zu Freundinnen und Freunden, Familie und Arbeitskolleginnen und –Kolleginnen, Kontakt zu Verwandten, Freundinnen und Freunden und/oder Bekannten unterbinden, sowie Unterbindung der Freizeitaktivitäten
  • oder das Zerstören wertvoller persönlicher Dinge

Sexualisierte Gewalt

Sind alle sexuellen Handlungen, die gegen den Willen der Betroffenen geschehen. Sexualisierte Gewalt stellt einen massiven Gewaltakt sowohl gegen das physische als auch das seelische Wohlbefinden der Betroffenen dar.

Dazu zählen

  • Vergewaltigung
  • versuchte Vergewaltigung
  • sexueller Missbrauch
  • sexuelle Belästigung und Nötigung
  • sowie alle Formen sexueller Bedrohung
  • alle sexuellen Handlungen gegen den eigenen Willen

Ökonomische Gewalt

Dient der finanziellen Abhängigkeit der Betroffenen vom Partner/der Partnerin.

Dazu gehören

  • Verweigerung des Zugangs zum Geld
  • Zuteilung des Geldes
  • sowie Einsetzen des Geldes als Mittel der Belohnung und/oder Bestrafung
  • Verbot Arbeiten zu gehen und berufstätig zu sein.
  • Verbot eines eigenen Bankkontos

Belästigung und Stalking

Diese Form der Gewalt wird häufig von Ex-Partner/innen ausgeübt, welche die Trennung nicht akzeptieren wollen.

Dazu zählen

  • häufige und unerwünschte Anrufe, SMS, Briefe, E-mails, Faxe
  • unerwünschte Bestellungen auf den Namen der Betroffenen
  • ständiges Beobachten und Verfolgen
  • anhaltende Beschimpfung und Bedrohung
  • Hinterlassen unerwünschter Nachrichten
  • oder die Kontaktaufnahme über Dritte

Neue Formen der Gewalt: Internetgewalt

Gewalt in sozialen Medien (Facebook und Blogs) und im Internet. Stalking kommt auch im Internet vor und nennt man Cyberstalking.

Welche Rechte haben Opfer von Gewalt?

Oper von Gewalt haben in Österreich ein Recht auf Schutz und Hilfe.

In Österreich wurde am 1. Mai 1997 das Bundesgesetz zum Schutz vor Gewalt in der Familie eingeführt und laufend verbessert.

Die Gesetze umfassen polizeilichen und zivilrechtlichen Schutz sowie strafrechtliche Maßnahmen und Opferschutz. Schutz vor Gewalt erhält jede Person, die sich in Österreich aufhält unabhängig von Herkunft und Staatsbürgerschaft.

Was bedeutet Wegweisung und Betretungsverbot? (Polizeilicher Schutz)

Wenn die Polizei annehmen muss, dass Sie und/oder ihre Kinder gefährdet sind, kann sie eine Wegweisung des Gewalttäters/der Gewalttäterin verfügen und ihm/ihr verbieten, die Wohnung und deren unmittelbare Umgebung zu betreten (Wegweisung und Betretungsverbot nach §38 SPG)

Wer erhält Schutz durch die polizeiliche Wegweisung?

Jede Person hat das Recht, in ihrem Wohnbereich frei von Gewalt zu leben und erhält Schutz durch das Gesetz.

Wie lange gilt das Betretungsverbot?

Das Betretungsverbot gilt 2 Wochen. Wenn Sie danach weiteren Schutz benötigen, können Sie beim Bezirksgericht Ihres Wohnsitzes einen Antrag auf einstweilige Verfügung (EV) stellen. Damit verlängert sich das Betretungsverbot auf 4 Wochen. Anschließend können Sie längerfristigen Schutz durch die einstweilige Verfügung erhalten (siehe „Einstweilige Verfügung“).

Spielen Eigentumsverhältnisse eine Rolle für die Wegweisung?

Nein, es spielt keine Rolle, wem die Wohnung oder das Haus gehört. Die Polizei kann jede Person, von der eine Gefahr ausgeht, wegweisen – auch den Eigentümer.

Für welche Bereiche gilt das Betretungsverbot?

Das Betretungsverbot gilt für die Wohnung/das Haus sowie für die unmittelbare Umgebung der Wohnstätte. Die Polizei hat den räumlichen Schutzbereich im Einzelfall festzulegen und dem Weggewiesenen mitzuteilen.

Was darf die weggewiesene Person mitnehmen?

Der Weggewiesene darf lediglich dringend benötigte Gegenstände des persönlichen Bedarfs mitnehmen (z.B. persönliche Dokumente und Gegenstände, Kleidung), nicht aber Wertgegenstände,  Sparbücher etc.

Was passiert, wenn der Gefährder nicht freiwillig geht?

In diesem Fall kann die Polizei Zwangsgewalt anwenden.

Darf der Weggewiesene zurückkommen, wenn er sich wieder beruhigt hat?

Nein. Solange das Betretungsverbot aufrecht ist, darf der Weggewiesene nicht zurückkommen, er macht sich dadurch strafbar. Daher ist es für alle empfehlenswert, sich daran zu halten. Sollte er dringend aus der Wohnung etwas benötigen, dann muss er sich an die Polizei wenden und darf dies auch nur in Begleitung der Polizei holen.

Was passiert, wenn das Betretungsverbot missachtet wird?

Wenn der Gefährder trotz Betretungsverbots zur Wohnung oder deren Umgebung kommt, sollten Sie sofort die Polizei rufen. Die Missachtung des Betretungsverbotes ist strafbar  

(bis zu  € 360,– pro Übertretung). Im Wiederholungsfall kann der Gefährder sogar in Haft genommen werden.

Kann das polizeiliche Betretungsverbot vor Ablauf der 2 Wochen aufgehoben werden?

Ein Betretungsverbot kann nur von der Behörde aufgehoben werden. Dies ist jedoch selten der Fall. Wird ein Betretungsverbot aufgehoben, muss das Opfer unverzüglich verständigt werden.

Wird die Einhaltung des Betretungsverbotes kontrolliert?

Ja. Die Einhaltung des Betretungsverbotes wird von der Polizei mindestens einmal kontrolliert.

Kostenlose Beratung und Begleitung durch Interventionsstellen und Gewaltschutzzentren

Im Falle einer Wegweisung werden Sie von der Interventionsstelle bzw. vom Gewaltschutzzentrum ihres Bundesland kontaktiert, diese bieten kostenlose Beratung und Begleitung an.

Was ist eine Einstweilige Verfügung? (Zivilrechtlicher Schutz)

Eine Einstweilige Verfügung muss am Bezirksgericht beantragt und vom Bezirksgericht bewilligt werden und bietet eine Möglichkeit für einen längerfristigen Schutz vor dem Gewalttäter. Diese Einstweilige Verfügung muss innerhalb von 2 Wochen nach dem polizeilichen Betretungsverbot beantragt werden, damit das Betretungsverbot lückenlos verlängert wird. Ein Antrag auf einstweilige Verfügung kann auch ohne vorheriges Einschreiten der Polizei gestellt werden. Sie gilt dann ab dem Zeitpunkt, wo sie vom Gericht bewilligt wird. Es ist wichtig, dass Sie sich vor der Beantragung einer EV beraten lassen. Interventionsstellen/Gewaltschutzzentren bieten Beratung, helfen bei der Antragstellung und begleiten Sie als Vertrauensperson bei Gericht. Auch Frauenhäuser und Frauenberatungsstellen können Sie bei der Antragstellung unterstützen.

Wo und wie kann eine EV beantragt werden?

Die EV muss am Bezirksgericht Ihres Wohnsitzes beantragt werden. Sie können den Antrag schriftlich oder am Amtstag mündlich einbringen. In dringenden Fällen muss der Antrag auch außerhalb des Amtstages angenommen werden.

In welchen Fällen kann eine EV beantragt werden?

Eine EV kann beantragt werden, wenn körperliche Gewalt oder Drohungen mit Gewalt vorliegen und dadurch das Zusammenleben oder das Zusammentreffen mit der Gewalt ausübenden Person unzumutbar ist. Auch bei  psychischer Gewalt kann eine EV beantragt werden, wenn dadurch die psychische Gesundheit erheblich beeinträchtigt wird.

Wer erhält Schutz durch eine EV?

Alle Personen, die in ihrem Wohnbereich und/oder in ihrem persönlichen Lebensbereich Gewalt erleiden, z.B. durch den Ehemann, Lebensgefährten, Ex-Partner, Freund oder Ex-Freund, Vater oder  durch eine andere Person. Ein Familienverhältnis mit dem Gefährder ist nicht Voraussetzung.

Für welche Bereiche kann Schutz beantragt werden?

Der Schutz umfasst mehrere Bereiche:

1. Schutz im Wohnbereich (nach §  382b Exekutionsordnung – EO)

Wenn ich in meinen Wohnbereich durch jemanden, mit dem ich zusammenlebe, Gewalt erleide (z.B. durch den Ehepartner, Lebensgefährten, Vater, Mitbewohner,…), kann ich beim Bezirksgericht beantragen, dass die Person von der die Gewalt ausgeht, die Wohnung/das Haus  verlassen muss und nicht in die Umgebung des Wohnbereichs zurückkehren darf.

Spielen die Eigentums- oder Mietverhältnisse eine Rolle?

Nein, diese spielen für die Erlassung einer EV keine Rolle, ausschlaggebend ist die Gewalt. Die Gewalt ausübende Person kann auch weggewiesen werden, wenn sie Eigentümer der Wohnung ist.

Wie lange gilt die EV für den Wohnbereich?

Eine EV zum Schutz vor Gewalt im eigenen Wohnbereich kann vom Gericht für 6 Monate erlassen werden. Wenn innerhalb dieser 6 Monate die Scheidung beantragt oder ein anderes Verfahren, z.B. ein Verfahren zur Klärung der Benützungsberechtigung an der Wohnung eingeleitet wird, kann die EV bis zum Ende dieses Verfahrens gelten.

2. Allgemeiner Schutz vor Gewalt (nach § 382e  Exekutionsordnung - EO)

Gleichzeitig mit dem Schutz im Wohnbereich kann auch beantragt werden, dass sich der Gefährder an bestimmten Orten (z.B. Arbeitsstelle, Schule, Kindergarten) nicht aufhalten darf und  ihm jede Kontaktaufnahme (persönliche, telefonische, per e-mail,…) untersagt wird.

Eine EV zum Schutz an bestimmten Orten und ein Kontaktverbot können auch unabhängig von einer EV zum Schutz im Wohnbereich beantragt werden, auch wenn es keine gemeinsame Wohnung gibt.

Wie lange gilt diese EV?

Eine EV zum Schutz vor Gewalt an verschiedenen Orten kann für 1 Jahr erlassen werden.

Welche Gewalttaten sind strafbar? (Strafrechtliche Maßnahmen)

Nicht alle Formen der Gewalt sind strafbar. Aber das österreichische Strafgesetzbuch stellt eine Reihe von Gewalthandlungen unter Strafe. Dazu gehören unter anderem:

  • Körperverletzung und schwere Körperverletzung (§§ 83 und 84 Strafgesetzbuch – StGB)
  • Absichtliche schwere Körperverletzung (§ 87)
  • Freiheitsentziehung (§ 99)
  • Menschenhandel (§ 104a)
  • Nötigung und schwere Nötigung (§§ 105 und 106)
  • Gefährliche Drohung (§ 107)
  • Beharrliche Verfolgung (Stalking) (§ 107a)
  • Fortgesetze Gewaltausübung (§ 107b)*
  • Vergewaltigung (§ 201)
  • Geschlechtliche Nötigung (§ 202)
  • Schwerer sexueller Missbrauch und sexueller Missbrauch an Unmündigen (§§ 206 und 207)

Alle Gewaltdelikte sind sogenannte Offizialdelikte, das heißt, sie werden vom Staat angeklagt und verfolgt, sobald sie den Behörden (Polizei, Gericht) bekannt werden. Die Zustimmung des Opfers ist nicht erforderlich.

*Mit 1. Juni 2009 ist in Österreich der neue Straftatbestand „Fortgesetzte Gewaltausübung“

(§ 107b StGB) in Kraft getreten. Wiederholte Gewaltausübung gegen eine Person wird damit

strafbar und höher bestraft als einzelne Gewalttaten.

Schutz gegen Stalking (Opferschutz)

Stalking ist in Österreich seit 1. Juli 2006 unter dem Begriff  „Beharrliche Verfolgung“ (§ 107a StGB)  unter Strafe gestellt.

Was wird unter Stalking verstanden?

Stalking ist dann gegeben, wenn eine Person eine andere Person gegen deren Willen über einen längeren Zeitraum beharrlich verfolgt und dadurch die betroffene Person in ihrer Lebensführung unzumutbar beeinträchtigt wird. Dazu gehören z.B. wiederholte Verfolgung, Belästigung durch Telefonanrufe, per e-mail oder auf andere Weise. Auch wenn Bestellungen unter Verwendung der Daten einer Person getätigt werden oder eine Kontaktaufnahme mit dem Opfer durch Dritte veranlasst wird, ist dies strafbar.

Es gibt auch Stalking im Internet und in sozialen Medien (Facebook etc.). In diesen Fällen spricht man von Cyberstalking.

Was kann ich gegen Stalking tun?

4 Aktionen“ gegen die Ohnmacht, Hilflosigkeit und Wut haben sich bewährt, um der/dem StalkerIn das Interesse an Ihnen zunehmen:

  • Abstinenz
  • Transparenz
  • Dokumentation
  • Konsequenz

Ad: 1. Abstinenz

Machen Sie der/dem TäterIn nur EINMAL und UNMISSVERSTÄNDLICH klar, dass Sie keinen weiteren Kontakt mehr wollen. Keine Aussprache „unter 4 Augen“!

  • Ignorieren Sie dann die Person konsequent.
  • Nehmen Sie keine Pakete und Geschenke der Täterin/des Täters oder mit unbekanntem Absender entgegen.
  • Bei Telefonterror informieren Sie sich über die technischen Schutzmöglichkeiten Ihres Telefon-betreibers (z.B. Nummer wechseln und als Geheimnummer beantragen).
  • Werden Sie mit dem Auto verfolgt, fahren Sie direkt zur nächsten Polizeistation.

Ad: 2. Transparenz

Informieren Sie Ihr privates und berufliches Umfeld darüber, dass Sie „gestalkt“ werden und bitten Sie die betreffenden Personen keine Informationen über Sie herauszugeben. Das stärkt Sie und schwächt die/den TäterIn.

Ad: 3. Dokumentation

Durch die Dokumentation kann der Stalking-Verlauf besser nachvollzogen werden. Die Dokumentation kann bei rechtlichen Schritten als Beweismittel dienen.

  • Führen Sie „Tagebuch“ über die Vorfälle. Wichtig sind Angaben über Datum, Uhrzeit, Ort, Art des Vorkommnisses, mögliche ZeugInnen,... (WANN, WO, WAS ist passiert, WER hat es gesehen)
  • Bewahren Sie Briefe, SMS, E-Mails, ... auf und speichern Sie Anrufe auf dem Anrufbeantworter (bzw. Einzel gesprächsnachweis).

Ad: 4. Konsequenz

Auch wenn es Ihnen schwer fällt auf die Belästigungen der Täterin/des Täters nicht zu reagieren, ist es doch notwendig, dass Sie alle oben genannten Aktionen KONSEQUENT und AUSDAUERND befolgen.

Damit Sie geschützt sind und damit Sie dennoch den Kontaktabbruch konsequent durchhalten können, sollten Sie sich auf jeden Fall an die Polizei wenden und eine Anzeige erstatten. In einem akuten Fall von Stalking soll sofort die Polizei gerufen werden. Diese kann gegen den Stalker ein Betretungsverbot aussprechen (§ 38a Sicherheitspolizeigesetz).

Was kann man noch tun?

Einstweilige Verfügung gegen Stalking (nach § 382g Exekutionsordnung)

Zum sofortigen Schutz vor Stalking können sie auch eine einstweilige Verfügung beantragen. Der Antrag ist am Bezirksgericht des Wohnsitzes des Opfers einzubringen. Folgende Maßnahmen können beantragt werden:

  • Verbot der persönlichen Kontaktaufnahme und Verfolgung
  • Verbot brieflicher, telefonischer oder sonstiger Kontaktaufnahme
  • Verbot des Aufenthalts an bestimmten Orten
  • Verbot der Weitergabe und Verbreitung von persönlichen Daten und Fotos
  • Verbot, Waren oder Dienstleistungen unter Verwendung personenbezogener Daten des Opfers zu bestellen
  • Verbot, einen Dritten zur Aufnahme von Kontakten mit dem Opfer zu veranlassen

Die Stalking EV kann von der Polizei vollzogen werden. Dies muss jedoch ausdrücklich beantragt werden. Bei Missachtung der EV sollten Sie sofort die Polizei verständigen und bei Gericht eine Beugestrafe beantragen.

Aktuelles

HOZIER SETZT EIN ZEICHEN GEGEN HÄUSLICHE GEWALT

Der gefeierte Singer und Songewriter Hozier setzt mit der Single "Cherry Wine" ein klares Zeichen im Kampf gegen häusliche Gewalt. 
Das dazu gehörige Video ist ein positives künstlerisches Beispiel dafür, Gewalt aufzuzeigen und engagiert für ein Ende der Gewalt einzutreten. Die Einnahmen aus den Downloads des Songs werden an Einrichtungen gespendet, die sich gegen häusliche Gewalt einsetzen. Wir freuen uns darüber, dass in Österreich die Frauenhelpline ausgewählt wurde.

Hier geht's zur Single:Cherry Wine https://itunes.apple.com/at/album/cherry-wine-single/id1079803595

"SO SCHMECKT DIE WELT: BESONDERE FRAUEN - BESONDERE REZEPTE"

In diesem einzigartigen Kochbuch finden sich Rezepte, die von gewaltbetroffenen Frauen in den Frauenhäusern gesammelt wurden. Prominente Meisterköchinnen und Meisterköchene haben diese internationalen Rezepte  nachgekocht und mit ihrer persönlichen Note abgerundet. Das Kochbuch mit besonderen Rezepten aus aller Welt ist ab sofort im Buchhandel erhältlich.

ONE BILLION RISING

Am 14.02.2016 wurde wieder getanzt für ein Ende der Gewalt an Frauen. Mehr Infos unter www.1billionrising.at

 

FEM HELP APP

Fem:HELP-App und Informationen zum download finden sich hier

HELP-App Icon

 

Den TÄTIGKEITSBERICHT 2014 finden Sie hier. Der neue Tätigkeitsbericht 2015 ist in Arbeit!

 

BARRIEREFREIHEIT FÜR GEHÖRLOSE: Im Jahr 2015 war es uns wichtig, die Frauenhelpline gegen Gewalt für gehörlose Menschen barrierefrei zugänglich zu machen.

Gemeinsam mit ÖGS.barrierefrei wurden folgende unterstützende und informative Videos erstellt. Diese finden Sie hier.

Kampagne GewaltFREI leben

GewaltFREI leben, eine österreichweite Kampagne zur Verhinderung von Gewalt an Frauen und Kindern, wurde nach 2jähriger Projektzeit 2015 abgeschlossen. Ziel der Kampagne war eine verstärkte Präventionsarbeit in vielen verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen zu leisten und dadurch zur Verhinderung von Gewalt an Frauen und Kindern beizutragen. Näher Infos unter: GewaltFREI leben

Folgendes Video hat die Kampagne begleitet.

 

Die Frauenhelpline gegen Gewalt bedankt sich ganz herzlich beim REWE Konzernbetriebsrat und bei der REWE Geschäftsleitung für den großzügigen Erlös für die Frauenhelpline. Der Erlös wird in erster Linie für Öffentlichkeitsarbeit verwendet werden.